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SPD Ortsverein Huchting-Grolland

Die Straßenbahnverlängerung gehört auf´s Abstellgleis

Die Huchtinger Sozialdemokraten sehen mit Sorge, dass die Pläne für eine Verlängerung der Straßenbahn in Huchting auf Kosten des bestehenden Busringverkehrs voranschreiten. Ungeachtet der ablehnenden Haltung der Huchtinger Bürgerinnen und Bürger hat der Bausenator mit den Nachbarkommunen im Bremer Süden bereits bindende Verträge geschlossen. Und im Sommer 2016 wird jetzt mit den Bauarbeiten für eine neue Brücke über die B 75 begonnen. Darauf haben wir vor Ort politisch keinen Einfluss. Die alte Brücke, so hieß es seitens des Amt für Straßen und Verkehr, sei perspektivisch einsturzgefährdet. Doch die Pläne für die neue Brücke zeigen deutlich: Hier wird auf jeden Fall mit der Straßenbahn geplant, denn sie sehen bereits einen breiten Streifen für die Schienen vor. Außerdem hat die Baudeputation in Blick auf den Ausbau Mittel in Höhe von 2,2, Millionen Euro für den weiteren Ankauf von Grundstücken beschlossen.

Die SPD in Huchting kritisiert diese Pläne nach wie vor. Wir halten es angesichts leerer Kassen für nicht vertretbar, die Pläne zu realisieren, zumal die prognostizierten Kosten durch die Verzögerung voraussichtlich um ein Vielfaches steigen werden. Wir werden den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin ein Forum für ihre Kritik an der Verkehrsplanung bieten und Ihre Meinungen in die politische Arbeit auch unserer eigenen Partei einbringen.

Zur Erinnerung: Der Beirat Huchting hat sich bereits vor Jahren einstimmig gegen die Pläne ausgesprochen. Diese wurden inzwischen zwar teilweise verändert, doch nach wie vor können wir uns als SPD Ortsverein Huchting-Grolland folgenden Kritikpunkten an den "nachgebesserten" Plänen nur anschließen:

  • Die geplante Strecke kreuzt mehrfach die Fahrbahnen, behindert dadurch den Autoverkehr und gefährdet Schulkinder und andere Fußgänger.
  • Der Schallschutz ist unzureichend, und die Gleise würden an vielen Stellen so dicht an die Häuser herangeführt, dass die Privatsphäre nicht mehr ausreichend geschützt wäre.
  • Nach wie vor ist davon auszugehen, dass die Straßenbahn-Verlängerung den Bus-Ringverkehr in Kirchhuchting verdrängen würde, was für Schüler und ältere Menschen unzumutbar wäre. Ärzte, Geschäfte, Sparkasse, Ortsamt und Polizei wären zukünftig nur durch Umsteigen, verbunden mit längeren Wartezeiten erreichbar.
  • Anders als beispielsweise in Lilienthal soll die Bahn auf der Trasse der ehemaligen Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE) durchs Wohngebiet führen. Eine Trasse über die Kirchhuchtinger Landstraße wird nach wie vor nicht ins Auge gefasst. So komme es in erheblichem Maße zu Eingriffen in den Privatgrund.
  • Eingriffe in die Umwelt sowie eine erhebliche Schädigung der Flora und Fauna durch den Verlust vieler Bäume und Sträucher, die für viele Tierarten (auch seltene Arten) den Lebensraum bedeuten, sind zu befürchten.
  • Da die Baukosten zu explodieren drohen, ist die Finanzierung der gesamten Baumaßnahme keinesfalls gesichert und ein volkswirtschaftlicher Nutzen nicht zu erkennen. In einem Haushaltsnotlageland ist ein derartiges verkehrspolitisches Projekt verantwortungslos.
  • Bürgerbeteiligung darf nicht nur vorgaukelt werden, ein echtes Mitspracherecht der Bürger gemäß dem einstimmigen Votum des Beirates gegen die Verlängerung der Linien 1 muss gewährleistet werden. Und wir bekräftigen erneut den Beschluss unseres OV: Falls die Linie 8 verlängert wird, lehnen wir eine Streckenführung über die BET-Trasse ab und treten für ein Anbindung der Umlandgemeinden über die Kirchhuchtinger Landstraße ein.

Auf der Informationsveranstaltung zur Straßenbahnverlängerung mit dem Bausenator am 24. April 2014 ist es hoch hergegangen. Viele Huchtingerinnen und Huchtinger waren ins Bürger- und Sozialzentrum gekommen, um sich über die veränderten Pläne zur Trassenführung zu informieren, die in einer Präsentation vorgestellt wurden. Nach dem Willen der Planer, das wurde sehr schnell deutlich, soll die Verlängerung der Straßenbahn in Huchting auf jeden Fall realisiert werden. Das müsste dann aber gegen den Widerstand der Anwohner und der örtlichen Politik geschehen. Am 2. Planfeststellungsverfahren, das am 29. Juli 2014 endete, haben sich annährend 300 Huchtinger Bürgerinnen und Bürger im Ortsamt Huchting über die Pläne informiert und ihre Anmerkungen dazu abgegeben.

Die Planer mahnen zur Eile. Sie wollen das Projekt unbedingt bis 2019 realisieren, um die Bundeszuschüsse zu kassieren. Wir sagen: Das Projekt ist eine Fehlplanung von vorgestern, das leider auch Sozialdemokraten befürworten. Wir als SPD Huchting-Grolland halten den Eigenanteil Bremens in Höhe von 10 Millionen Euro im Haushalt für nicht darstellbar. Huchting braucht Schulen, keine Schienen.

© Foto: Sabine Hatscher